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23.03.2017
von mila

crash:conspiracy im Interview

Die Wirtschafts-App mal wieder…  Ein halbes Jahr lang lagen die Redakteure des konservativen Magazins Ino von crash:conspiracy in den Ohren, um ihn für ein Interview zu gewinnen. Ino wollte eigentlich nicht.  Doch dann rang er sich doch dazu durch, um die Botschaft von apollon einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Heute wissen wir: Er wäre besser bei seinem „Nein“ zu dem Interview geblieben. Denn die Fragen der Wirtschafts-App-Redakteure waren unglaublich dämlich – und drehten sich eigentlich nur um ein Thema: Geld.

Aber schaut selbst…

crash:comspiracy ist die Kultband der Neo-Hacker und apollon-Aktivisten. In ihren Liedern geht es um Sex, Wut und Datenschutz.

crash:conspiracy ist elektronischer Punk. Wütend und mit antiintellektueller Attitüde. Richtig?

Ich würde einfach sagen: Wir machen Musik, die die Leute aufrütteln soll.

Andere sagen, Sie machen Menschen Angst um mit ihnen Geld zu verdienen. Liest man sich ihre Texte durch, dann gewinnt man das Gefühl, wir leben in einem totalitären Überwachungsstaat. Sehe ich Sie hier vor mir sitzen wirken sie nicht wie ein Verfolgter.

Wir wollen niemanden Angst machen. Sollten wir ihnen schlaflose Nächte bereitet haben, möchte ich mich bei Ihnen entschuldigen. Wir wollen unterhalten, aber unseren Fans auch sagen: Da sind ein paar Dinge, da müsst ihr aufpassen. Da kann was aus dem Ruder laufen.

Keine Masche? Sie sind ja nicht gerade ein Hungerkünstler. Von ihrem Protest leben sie ganz gut.

Da gibt es, glaube ich, ein kleines Missverständnis. Wir leben nicht vom Protest, sondern von unserer Musik. Wir vermitteln ein Gefühl, dass viele Menschen mit uns teilen. Wenn man uns bezahlt, dann deshalb, weil wir diesem Gefühl einen Ausdruck verleihen. Darin unterscheiden wir uns nicht von anderen Künstlern. Übrigens: Werden Sie nicht auch dafür bezahlt, dass sie Ihrer Leser unterhalten?

Ich werde dafür bezahlt, unsere Leser möglichst objektiv und umfassen zu informieren. Viele von ihnen arbeiten hart und viel. Sie vertrauen darauf, bei uns die für sie wichtigsten Informationen korrekt zu erhalten.

Na ja, dass würde ich jetzt auch sagen, wenn ich an Ihrer Stelle wäre. Aber viele Ihrer Leser wären sicherlich irritiert wenn Sie schreiben würden: „Passt mal auf, worüber crash:conspiracy singt, das ist gar nicht mal so dumm. Da laufen wirklich ein paar Dinge in diesem Land schief.“

Wenn es so wäre, würden wir es tun. Aber ihr Geschäft ist es, jungen Leute, die Ihnen glauben, zu erklären, der Staat wäre hinter ihnen her. Gefahren wie den Terrorismus verschweigen Sie geflissentlich.

Nein, auch dazu haben wir uns schon geäußert. Terrorismus ist für uns keine Lösung. Doch wir finden es auch nicht richtig, wenn der Staat seine Bürger immer mehr einengt, wenn jeder Quadratzentimeter in diesem Land durch Überwachungskameras kontrolliert wird. Und wir finden es auch nicht richtig, dass der Staat das gesamte Internet gegenliest…

Das ist eine Frage des Vertrauens in den Rechtstaat.

Wissen Sie, in der Schule haben wir mal ein Buch durchgenommen. Da stand ein kluger Satz drin: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das Grundgesetz. Sie sollten es mal wieder lesen. Ist ein gutes Buch….

 

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